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Henry Kennedy

Henry
© Greggory Clark

Der junge und dynamische britisch-kanadische Dirigent Henry Kennedy hat mit einer beeindruckenden Reihe internationaler Erfolge bewiesen, dass er nahtlos zwischen Opernhaus und Konzertbühne wechseln kann. Er ist derzeit für zwei Jahre als erster Resident Conductor des National Arts Centre Orchestra (NACO) in Ottawa tätig, war Resident Conductor an der Oper Wrocław (Polen) und dirigierte anlässlich des 100. Todestags von Puccini 2024 das von Riccardo Muti gegründete Orchestra Cherubini in einer Neuinszenierung von Tosca im Geburtsort des Komponisten, wo er vom Corriere Fiorentino als „die Entdeckung in dieser Tosca“ gefeiert wurde.


Zudem arbeitete er als Assistenzdirigent mit Sir Simon Rattle und Sir John Eliot Gardiner sowie zahlreichen weiteren wichtigen Dirigenten zusammen und wurde 2025 vom kanadischen öffentlich-rechtlichen Sender CBC in die Liste der „30 namhaften kanadischen klassischen Musiker unter 30“ aufgenommen.


Als erster Resident Conductor des NACO vertritt Henry Kennedy den Musikalischen Leiter Alexander Shelley und andere Dirigenten, assistiert ihnen bei Proben und der Konzertvorbereitung und übernimmt zudem ausgewählte Projekte mit den Sinfonieorchestern Montréal, Vancouver und Toronto. Im Rahmen seiner Tätigkeit in Ottawa leitete er auch zahlreiche eigene Programme des NACO, darunter eine weitere Tosca in einer konzertanten Aufführung, jährliche Kooperationen mit dem American Composers Orchestra in dessen EarShot-Reihe, die die Beziehungen zwischen Komponisten und Orchestern fördert, sowie Repertoirewerke wie Sinfonien von Beethoven und Sibelius, Brittens The Turn of the Screw und eine Orchester-Leseprobe einer neuen Oper des kanadischen Komponisten Ian Cusson. Aus der Stelle in Ottawa ergaben sich weitere regionale Projekte, etwa ein Konzert mit dem Ottawa Symphony Orchestra, eine Neuinszenierung von Mozarts Zauberflöte an der Edmonton Opera und Leseproben zeitgenössischer Kompositionen mit der Symphony Nova Scotia.

Besonders gut versteht Kennedy sich darauf, dauerhafte Beziehungen sowohl zu anderen Dirigenten als auch zu Institutionen aufzubauen. Während seiner Zeit an der Oper Wrocław arbeitete er mit dem Künstlerischen Leiter Mariusz Kwiecień und dem Musikalischen Leiter Bassem Akiki als Assistent bei Le Nozze di Figaro und Madama Butterfly zusammen und stand bei Vorstellungen von Don Giovanni, Carmen und Les Pêcheurs de Perles (Die Perlenfischer) selbst am Pult. Zudem assistierte er Akiki bei der Uraufführung von On purge bébé! des mittlerweile verstorbenen belgischen Komponisten Philippe Boesmans im Brüsseler Opernhaus La Monnaie/De Munt. Im Februar 2024 wurde Kennedy erneut für ein Dirigat von Les Pêcheurs de Perles an der Schlesischen Oper im polnischen Bytom und im Jahr darauf für La Bohème in Wrocław engagiert. Auch für 2027 ist er bereits nach Polen für Les Pêcheurs de Perles eingeladen.


Im Konzertrepertoire hat Kennedy Aufgaben an der Seite von Marin Alsop, Sir Mark Elder, Edward Gardner, Hannu Lintu, Jukka-Pekka Saraste und John Storgårds übernommen. 2023 war er als Assistenzdirigent von Sir John Eliot Gardiner und dem Orchestre Révolutionnaire et Romantique an einer Konzerttournee mit Berlioz' Les Troyens beteiligt, die ihn zum Festival Berlioz in La Côte-Saint-André, zu den Salzburger Festspielen, an die Königliche Oper Versailles, in die Berliner Philharmonie und zu den BBC Proms führte. Zwei Jahre später assistierte er Gardiner erneut bei einem Dirigat von Beethovens Neunter Sinfonie mit dem Tonhalle-Orchester Zürich. Zwischen diesen Engagements war Kennedy zweimal als Assistent von Sir Simon Rattle tätig, zunächst bei der Tschechischen Philharmonie in Prag und anschließend beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in München. Darüber hinaus steht Kennedy in engem Kontakt mit seinen Mentoren Christian Thielemann und Richard Bonynge, die ihn beide immer wieder tatkräftig unterstützen.


Einen ständigen Austausch führt er auch mit Riccardo Muti, der ihn im Dezember 2021 als einen von fünf Dirigenten für die Riccardo Muti Italian Opera Academy auswählte, die Nabucco gewidmet war und von der RAI in Mailand gefilmt wurde. Als Muti in demselben Monat unerwartet von zwei Aufführungen mit Auszügen aus Nabucco in Rimini und Ravenna zurücktreten musste, lud er Henry Kennedy ein, ihn zu vertreten.


In den vergangenen Spielzeiten dirigierte Henry Kennedy eine Reihe weiterer europäischer Orchester, darunter das Polnische Radio-Sinfonieorchester in einer Live-Übertragung von Mendelssohns Schottischer Sinfonie, die Sudeten-Philharmonie und die Philharmonie Zielona Góra sowie in Rumänien die Philharmonie Braşov.


2017 gründete er in London das Resonate Symphony Orchestra, das sich aus Absolventen führender britischer Musikhochschulen zusammensetzt; er hat das Ensemble in einem breit gefächerten Repertoire von Bach über Wagner und Bruckner bis hin zu Schostakowitsch geleitet.


Kennedy studierte neben Dirigieren auch Klarinette und Klavier an der Royal Academy of Music in London und schloss seine künstlerische Ausbildung mit Auszeichnung ab.


Mit Beginn der Sommertournee 2026 ist Henry Kennedy Assistenzdirigent des GUSTAV MAHLER JUGENDORCHESTERS.


© 21C Media Group, März 2026